Künstliche Intelligenz (KI) ist ein Trendthema. Viele Menschen nutzen KI-Anwendungen bereits in ihrem Alltag. Die berühmtesten und am weitesten verbreiteten Beispiele sind die Sprachassistenten Alexa, Siri und der Google Assistant, die inzwischen in vielen Privathaushalten zu finden sind. KI wird in diesem Zusammenhang vor allem verwendet, um Nutzenden eine möglichst einfache Bedienung der Geräte zu ermöglichen, beispielsweise indem gesprochene Sprachbefehle verarbeitet werden können. Hier, in diesem spezifischen Anwendungsbereich, erfreut sich KI einer großen Akzeptanz. Insgesamt genießt die Technologie jedoch nicht den besten Ruf: Viele Menschen begegnen ihr mit Skepsis. Zum einen weil sie wenig über deren Funktionsweise wissen und insgeheim befürchten, der
Einsatz von KI könne dem Menschen, ähnlich wie in einschlägigen Science-Fiction-Titeln, langfristig zum Nachteil werden. Zum anderen verstehen viele Menschen nicht, hinter welchen automatisierten digitalen Prozessen des alltäglichen Lebens sich tatsächlich eine KI verbirgt. Für viele entsteht daher der Eindruck, die Technologie sei längst allgegenwärtig.
In der Veranstaltung „Ich, Zukunft und Künstliche Intelligenz“ präsentieren KI-Expertinnen und -Experten aus BMBF-Förderprojekten Anwendungen aus der aktuellen Forschung und erläutern anhand von konkreten Beispielen, wie sie das Werkzeug „Künstliche Intelligenz“ einsetzen. Dabei zeigen Sie auf, wie Mensch und KI im Alltag zusammenarbeiten und die menschliche Lebensqualität verbessern können. Diskutiert werden jedoch auch kritische Fragen: Was kann man mit KI bereits leisten und was möchte man mit KI leisten können? Hierzu werden rechtliche, soziale und auch ethische Aspekte berücksichtigt. Darüber hinaus nähern sich die Forschenden der Frage, wie KI künftig gestaltet werden muss, damit diese Technologie an Vertrauen gewinnt und im Alltag stärker akzeptiert wird.
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8:30 – 9:00 Uhr Virtuelles Einfinden
9:00 – 9:15 Uhr Begrüßung BMBF
9:15 – 9:50 Uhr Keynote „Ich, Zukunft und Künstliche Intelligenz“
9:50 – 10:00 Uhr Pause
10:00 – 10:45 Uhr AUF EIN WORT
10:45 – 11:00 Uhr Pause
11:00 – 12:00 Uhr Parallele Breakout-Sessions
12:00 – 12:20 Uhr Pause
12:20 – 12:50 Uhr Flashback
12:50 – 13:00 Uhr Abschluss

Katrin Nostadt ist seit 2005 Referentin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, wo sie sich u.a. für die Zusammenarbeit mit China, für Klimaforschung in Afrika und Fachhochschulförderung und als deutsche Delegierte in verschiedenen europäischen Konsortien eingesetzt hat. Seit 2014 ist sie im Referat „Interaktive Technologien für Gesundheit und Lebensqualität“ tätig. Katrin Nostadt ist Magister der Germanistik und Anglistik mit Schwerpunkt auf interkulturelle Kommunikation und verfügt über einen MBA in European Asian Management. Sie lehrte Germanistik an der Sun Yat Sen Universität in Guangzhou, China, und engagierte sich als Leiterin des DAAD-Informationszentrums für deutsches Hochschulmarketing in Südchina.

Sven Oswald gehört zur ersten Generation derer, die mit Computer im Kinderzimmer aufgewachsen sind. In seinem Fall war das ein Commodore C16. Als Journalist und Moderator beschäftigt er sich seit über 25 Jahren mit digitalen Themen. In verschiedenen öffentlich-rechtlichen Wissenschaftsformaten beschäftigte er sich bereits mit Robotik, KI und dem Zusammenspiel von Mensch und Maschine. Auch nach über 25 Jahren Radio-, TV- und Bühnenerfahrung ist es ihm jedes Mal eine Freude neue Aspekte und Fakten zu seinen Steckenpferdthemen kennenzulernen.

Dr. Aljoscha Burchardt ist Principal Researcher und stellvertretender Standortsprecher am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Berlin. Er ist Experte für Sprachtechnologie und Künstliche Intelligenz. Burchardt ist Senior Research Fellow des Weizenbaum-Institutes für die vernetzte Gesellschaft und stellvertretender Vorsitzender der Berliner Wissenschaftlichen Gesellschaft. Außerdem war er als Sachverständiger Mitglied der Enquete-Kommission “Künstliche Intelligenz” des Deutschen Bundestages.

Dr. Falko Schmid ist Informatiker und Experte für nutzerzentrierte Assistenzsysteme in verschiedenen Domänen. Er hat mehr als 17 Jahre Erfahrung in der akademischen und angewandten industriellen Forschung mit Arbeitsschwerpunkten in AR/VR/Wearables, Mensch-Maschine-Interaktion (HCI), Spatial Cognition und AI. Falko Schmid berät Ministerien, Träger und Unternehmen zu Fragen der Digitalisierung und der Rolle und Auswirkungen von Technologie in der Arbeitswelt.

Oliver Amft ist Professor für Intelligente Eingebettete Systeme an der Universität Freiburg und ein Institutsleiter der Hahn-Schickard Gesellschaft für angewandte Forschung. Amft hat Elektrotechnik und Informationstechnik studiert und hatte zwischen 2000 und 2004 F&E Fach- und Leitungspositionen bei ABB inne, 2008 promovierte er an der ETH Zürich mit Auszeichnung in den Bereichen Wearable Computing, Mustererkennung und Biomedizin. Danach folgten Positionen als Assistant Professor im Bereich Signalverarbeitung und Maschinelles Lernen an der TU Eindhoven bis 2013, erster Leiter des W3-Lehrstuhls für Sensorik an der Uni Passau bis 2017, sowie erster Leiter des W3-Lehrstuhls für Digital Health an der Friedrich Alexander Universität Erlangen-Nürnberg bis Mitte 2022. Amft ist Mitautor von über 200 wissenschaftlichen Veröffentlichungen und hat verschiedene wissenschaftliche Auszeichnungen gewonnen. Er ist in Gremien führender, internationaler Zeitschriften für Biomedizinische Informatik und ubiquitäre Computersysteme tätig und engagiert sich für Startups im Bereich der datenbasierten Medizintechnologie, Künstlichen Intelligenz und Digital Health.

Dr. Julia Hoxha ist Mitgründerin und CEO von Zana, einem deutschen Anbieter von Konversationellen – und Stimm-KI-Lösungen für das Gesundheitswesen. Sie promovierte am Karlsruher Institut für Technologie und arbeitete als Postdoktorandin an der Columbia University im Bereich Medizinische Informatik. Ihre Reise als Tech-Unternehmerin begann im Alter von 21 Jahren, als sie ihr erstes Startup gründete, gefolgt von weiteren unternehmerischen Initiativen. Ihr Ziel ist es, Innovationen im Gesundheitswesen durch Mensch-Computer-Interaktionstechnologie voranzutreiben. Sie ist Sprecherin der Arbeitsgruppe „Health“ am KI Bundesverband. Als KI-Expertin unterstützt sie als Beraterin und Mentorin Startup-Acceleratoren, Behörden und Forschungseinrichtungen.

Dr. Ulrich Canzler gründete parallel zu seiner Promotion an der RWTH-Aachen auf dem Gebiet der „Nicht-intrusiven Mimikanalyse“ 2005 die Firma CanControls. CanControls erforscht und realisiert Lösungen mittels videobasierter Szenenanalyse im Bereich innovativer Mensch-Maschine-Schnittstellen. Insbesondere im Automobilbereich wurden bereits Algorithmen zur Insassenzustandserkennung entwickelt und in den Markt eingeführt. Hierzu gehören videobasierte Mimik-, Körperposen- und Gestenerkennung sowie die Messung von Vitalparametern, insbesondere der Herz- und Atemfrequenz. Physio-psychologische Verhalten wie Hypovigilanz, akute Erkrankungen, Reisekrankheit und visuelle/kognitive Ablenkung können durch eine Kamera erfasst werden. Insbesondere Ansätze für Diagnose und Therapie im Bereich Depression und Bipolare Störungen stehen ebenfalls im Fokus des Geschäftsmodells.

Prof. Dr. phil. habil. Karsten Weber ist Professur für Technikfolgenabschätzung für KI-gestützte Mobilität an der OTH Regensburg. Zudem ist er Direktor des Regensburg Center of Health Sciences and Technology, Ko-Leiter des Instituts für Sozialforschung und Technikfolgenabschätzung und hält eine Honorarprofessur für Kultur und Technik an der BTU Cottbus-Senftenberg. Prof. Weber hat Philosophie, Informatik und Soziologie an der Universität Karlsruhe (TH) studiert, dort in Philosophie promoviert und an der EUV Frankfurt (Oder) in Philosophie habilitiert. Er arbeitet über ethische und soziale Aspekte des Einsatzes neuer Informationstechnologien.

Dr. Reinelt leitet das Business-Development bei AICURA medical. Bevor er 2018 zu AICURA kam, promovierte er am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften und arbeitete nebenberuflich als Arzt in der Psychiatrie. Dabei erlebte er den starken Kontrast zwischen innovativer datengestützter Forschung einerseits und veralteter Technologie in der klinischen Praxis andererseits. Diese Erfahrung motiviert ihn, Innovation schneller in den klinischen Alltag zu bringen. In den vom BMBF geförderten Verbundvorhaben INALO.ai und KIPos fokussiert sich das Team von AICURA genau auf diese Lücke: Gemeinsam mit akademischen Partnern erforscht AICURA, wie der Einsatz von KI die Versorgung von Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation verbessern kann.

Sebastian Stober ist Professor für Künstliche Intelligenz an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Er studierte bis 2005 in Magdeburg Informatik mit Schwerpunkt Intelligente Systeme und wurde 2011 zum Thema Adaptive Methoden zur nutzerzentrierten Organisation von Musiksammlungen promoviert. Von 2013 bis 2015 war er als Postdoc am Brain and Mind Institute in London, Ontario, wo er maschinelle Lernverfahren zur Untersuchung der Gehirnaktivität während der Musikwahrnehmung entwickelte. Danach war er Nachwuchsgruppenleiter für Maschinelles Lernen in den Kognitionswissenschaften an der Universität Potsdam, bevor er 2018 nach Magdeburg zurückkehrte. Mit seiner aktuellen Forschung verbindet er die Themen künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen mit den Neurowissenschaften und entwickelt neue Ansätze zum Lernen mit limitierten Ressourcen und zur Erklärbarkeit von Modellen.

Johanna Benz arbeitet als graphic recording artist und übersetzt Vorträge und Gespräche simultan in Bilder. Zusammen mit Tiziana Beck hat sie graphicrecording.cool vor 10 Jahren gegründet und entwickelt individuelle grafische Aufzeichnungsformate für Konferenzen, Workshops, Symposien oder performative Events. Durch den Live-Zeichnungsprozess illustriert und kommentiert sie sowohl Fakten als auch subjektive Bilder mit dem Ziel, neue Verbindungen zwischen visueller und angewandter Kunst, Wissenschaft, Forschung und Bildung herzustellen. Johanna Benz lebt mit ihrer Familie in Leipzig.

Theresa Hannig studierte Politikwissenschaft und arbeitete als Softwareentwicklerin und Lichtdesignerin bevor sie sich hauptberuflich dem Schreiben zuwandte. Ihre Geschichten thematisieren die Wechselwirkungen zwischen technologischem Fortschritt und gesellschaftlichem Wandel. Im Spannungsfeld zwischen bedrohlichen und wünschenswerten Entwicklungen stellt sie die Frage: Wie wollen wir in Zukunft leben?
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